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Chronik der DDG

Vorgeschichte: Der Entstehung der Deutschen Dante-Gesellschaft ging eine wachsende Begeisterung in Deutschland für Dantes Werk und Persönlichkeit seit dem frühen 19. Jahrhundert voraus. In ihrer Folge entwickelte sich bald eine rege Dante-Forschung; sie ist natürlich auch im Zusammenhang mit der Entstehung der wissenschaftlichen Philologien in der gleichen Zeit zu sehen. Nach und nach entwickelten sich an vielen Orten Deutschlands Dante-Kreise, gefördert vor allem durch Dante-Forscher und -Übersetzer. Zu erwähnen sind besonders die Dante-Kreise in Breslau (um Karl Witte und Ludwig Kannegießer), Bonn (um Friedrich Diez), Halle (um Karl Witte und Louis Gottfried Blanc), Heidelberg (um Friedrich Christoph Schlosser) und Dresden (um Prinz Johann von Sachsen). Die größte Wirkung ging von Karl Witte, Prinz Johann und Louis Gottfried Blanc aus. Der Rechtshistoriker Karl Witte (1800-1883), der sich seit 1819 mit Dante befasste, übersetzte die Divina Commedia nicht nur, sondern gab 1862 in Berlin die erste kritische Ausgabe des Werks heraus. Prinz Johann, seit den Zwanziger Jahren mit Witte in Verbindung, übersetzte unter dem Pseudonym "Philalethes" ab 1822 die Commedia. Die überarbeitete Fassung wurde 1865/66 in Leipzig gedruckt.

1865 Gründung der Deutschen Dante-Gesellschaft durch Karl Witte am 13. September in Dresden. Anlass ist der 600. Geburtstag Dantes. Die Schirmherrschaft übernimmt Johann von Sachsen (König seit 1854). Die DDG hat bei ihrer Gründung 20 Mitglieder.

Als Zweck der DDG bestimmt die erste Satzung "die Erweiterung und Verbreitung des Verständnisses des Dichters und der Liebe zu demselben". Als Aufgaben werden ins Auge gefasst: die kritische Herausgabe der Schriften Dantes und der alten Dante-Kommentare, die Schaffung einer Dante-Bibliothek, die Herausgabe eines "Jahrbuchs".

1867 erscheint der erste Band des "Deutschen Dante-Jahrbuchs". Die DDG hat in diesem Jahr bereits 90 Mitglieder; im Jahr 1872 ist die Zahl auf 137 angewachsen.

Trotz dieses lebhaften Beginns lassen die Aktivitäten der Gesellschaft in den Siebziger Jahren allmählich nach. 1877 erscheint der vierte und vorläufig letzte Band des Dante-Jahrbuchs. Karl Witte, der erste Präsident der DDG, stirbt 1883. In den folgenden Jahrzehnten gibt es wiederholte Bemühungen, z.B. auch von Seiten der mittlerweile gegründeten Società Dantesca, um eine Wiederbelebung der Arbeit der DDG.

1914 gelingt es dem Komponisten, Musikwissenschaftler und Arzt Hugo Daffner (1882-1936), in Dresden einen neuen Vorstand ins Leben zu rufen. Die Vereinigung trägt nun für einige Jahre den Namen "Neue deutsche Dante-Gesellschaft" (ab 1927 wieder "Deutsche Dante-Gesellschaft").

Die neue Satzung bestimmt als übergeordneten Zweck der Gesellschaft die Erforschung des Lebens, der Werke und der Zeit Dantes. Als die wichtigsten Aufgaben werden genannt: Zusammenkünfte der Mitglieder in Form einer alle zwei Jahre stattfindenden Hauptversammlung, Herausgabe des "Jahrbuchs", Ausbau einer Dante-Bibliothek.

1920 erscheint der fünfte Band des "Deutschen Dante-Jahrbuchs".

1921 erste Tagung der neukonstituierten DDG. Als neuer Sitz der Gesellschaft wird Weimar bestimmt. Dort sollen künftig auch die Tagungen stattfinden, und zwar jährlich. (Tatsächlich kann dieser Turnus aber erst sechs Jahre später beginnen.) Die DDG hat 1921 bereits wieder rund 300 Mitglieder, ein Jahr später werden es rund 400 sein.

1927-1946 Jahrestagungen in Weimar.

1937 erscheint das erste "Mitteilungsblatt der Deutschen Dante-Gesellschaft".

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird eine kontinuierliche und öffentliche Arbeit der DDG in der russischen Zone bzw. der DDR immer schwieriger. Der Rechtssitz der Gesellschaft wird nach München verlegt. Durch die Initiative des Direktors der Krefelder Stadtbücherei kann die DDG ab 1947 in zweijährigem (ab 1983 in dreijährigem) Turnus in Krefeld stattfinden ­ im Wechsel mit anderen Städten, auch in Österreich und in der Schweiz (siehe unten: Tagungsorte).

1990 Die DDG kann ihr 125-jähriges Bestehen feiern.

1993 findet erstmals wieder eine Tagung am früheren Stammort der DDG in Weimar statt.

1997 Jahrestagung der DDG am Gründungsort Dresden.

Tagungsorte seit 1975:

  • 1975 Krefeld (52. Jahrestagung)
  • 1976 Wien (53.)
  • 1977 Krefeld (54.)
  • 1978 Saarbrücken (55.)
  • 1979 Krefeld (56.)
  • 1980 Stuttgart (57.)
  • 1981 Krefeld (58.)
  • 1982 Trier (59.)
  • 1983 Krefeld (60.)
  • 1984 Marburg (61.)
  • 1985 Eichstätt (62.)
  • 1986 Krefeld (63.)
  • 1987 Aachen (64.)
  • 1988 Einsiedeln (65.)
  • 1989 Krefeld (66.)
  • 1990 Köln (67.)
  • 1991 Salzburg (68.)
  • 1992 Krefeld (69.)
  • 1993 Weimar (70.)
  • 1994 Wien (71.)
  • 1995 Krefeld (72.)
  • 1996 Bonn (73.)
  • 1997 Dresden (74.)
  • 1998 Krefeld (75.)
  • 1999 Magdeburg (76.)
  • 2000 Münster (77.)
  • 2001 Krefeld (78.)
  • 2002 Berlin (79.)
  • 2003 Trier (80.)
  • 2004 Krefeld (81.)
  • 2005 München (82.)
  • 2006 Marburg (83.)
  • 2007 Krefeld (84.)
  • 2008 Mainz (85.)
  • 2009 Würzburg (86.)

Die Präsidenten der DDG:

 

Literatur zur Geschichte der DDG:

Walter Goetz: Geschichte der Deutschen Dante-Gesellschaft und der deutschen Dante-Forschung. Weimar 1940 (Schriften der Deutschen Dante-Gesellschaft. 5)

Hermann Witte: Karl Witte - ein Leben für Dante. Vom Wunderkind zum Rechtsgelehrten und zum größten deutschen Dante-Forscher. Hrsg. von Hans Haupt. Hamburg 1971.

August Buck: 125 Jahre "Deutsche Dante Gesellschaft": Betrachtungen zu ihrer Geschichte. In: Deutsches Dante-Jahrbuch 66 (1991), S. 7-24.

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Verantwortlich: Prof. Dr. Rainer Stillers, Philipps-Universität Marburg, Institut für Romanische Philologie, Wilhelm-Röpke-Str. 6 D, D-35032 Marburg.
stillers@staff.uni-marburg.de