Kants Nachlaß
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Loses Blatt Henrici_155

Nach dem 9. Januar 1793

Der Text ist bisher nicht in der Akademie-Ausgabe von Kant's gesammelten Schriften enthalten; er ist als Faksimile-Reproduktion überliefert; vgl. Bayerer 1968 und Stark 1993. Für die hier veröffentlichte Transkription wurde der von Bayerer hergestellte Text (Kant-Studien 59/1968/271-272) leicht überarbeitet.


Henrici 

/<@Distinctio@ intuitus
/perfectionis.>    Gefühl der Lust und Unlust

Das Wohlgefallen (complacentia) ist der consensus
[obiecti] cum caussalitate repraesentationum. Entweder
sich selbst zu erhalten und zu befordern sensus complacentiae
stricte dictus oder das object der Vorstellungen hervorzubringen
Facultas appetitiva.    <consensus cum>

/Aliter caussalitas repraesentationum est vel
subiective vel objective ] priori sensus complacentiae
vel displicentiae - posteriori appetito facultas appetit:
v. aversat.     Das Gefühl der Lust

/Caussalitas subjectiva repraesentationis est conatus
conservationis sui ipsius) et repraesentationes
vel sunt sensitivae vel intellectuales. sinnlich oder
intellectuel. Das erstere entweder Sinnenlust (voluptas
taedium) Vergnügen und Schmerz oder Wohlgefallen durch die
[Ein] schematisirende Einbildungskraft, Lust aus der reflexion
<über> die Einstimmung der Vorstellung mit den Gesetzen der Einbild:¿¿
Kraft und zugleich des Verstandes. - Geschmack -

/Die intellectuelle Lust ist <1> auch entweder blos
subjectiv aus der Beförderung des Verstandesvermögens
durch eine Vorstellung desselben - Lust an einer Demonstration
<2> oder objectiv an dem was ein bloßes reines Object
des Verstandes ist und da wir dieses <an sich> garnicht erkennen
können (als noumenon) so kann [es] sie nur in der
Lust an der caussalitaet des Verstandes und der
Vernunft (unmittelbar) in Ansehung ihrer Objecte bestehen
Die caussalitaet der Vernunft in Ansehung ihrer Gegenstande
ihrer Vorstellungen ist die freyheit. folglich kann die rein
intellectuelle Lust nun @an dem@ mit Gesetzen der
Vernunft zusammenstimmenden Gebrauch der freyheit bestehen.

/Zwar sind Verstand Urtheilskraft und Vernunft
intellectuelle Erkenntnisvermögen - gleichwohl aber
hat man doch ästhetische Urtheilskraft! - zum unterschied
von der logischen. die erstere heißt Geschmack.

/- Die Urtheilskraft ist überhaupt das Vermögen der <Bestimmung> [Unter-
scheidung des] der allgemeinen Regel [der] In Ansehung der bedingung
des besonderen was unter ihr steht. (subsumiren) Dies geschieht
durch schemata welche entweder den Begriffen des Verstandes
[gem] oder dem Verstande überhaupt gemäs allgemein (weil
Urtheilskraft ein oberes Erkenntnisvermögen ist) entworfen werden: Das
Schematisiren gehört der Einbildungskraft an. Die Urtheilskraft
nun welche in einer der Auffassung eines objects Überein-
stimmung der Einbildungskraft in ihrer freyheit mit den Gesetzen
des Verstandes überhaupt warnimmt ist die ästhetische Urtheils-
Kraft

/[Das Obere Begehrungsvermögen] (a) (-a) (0)

/Lust - Unlust - Gleichgiltigkeit. Gut - böse - adiaphro

/Schubert


Biographisches Bibliographisches Marburger Kant-Archiv Akademie-Ausgabe
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Letzte Änderung: 20. Dezember 2002