Verwertung von Dentalgipsabfällen in Zementwerken

G. Lucas
Heidelberger Zement AG, Spezialgipswerk Sulzheim

Nach dem Grundsatz "Verwertung geht vor Entsorgung oder gar Endlagerung" hat sich die Heidelberger Zement bereiterklärt, unter bestimmten Voraussetzungen außer gebrauchten Gipsformen der Porzellanindustrie auch Dentalgipsabfälle zur Weiterverarbeitung anzunehmen. Die Voraussetzungen sind auf dem Poster aufgezählt und müssen vom annehmenden Zementwerk im Sinn einer Eingangskontrolle geprüft werden. Übrigens wird sich jedes Zahntechnische Laboratorium aus Frachtgründen zunächst an das nächstgelegene Zementwerk wenden.

In jedem Fall muß die gewohnt hohe Qualität der Zemente auch bei Einsatz von Abstoffen gewährleistet sein. Denn die nach den Zementnormen DIN 1164 und EN 196 geforderten und bewährten Erstarrungszeiten, Festigkeitswerte und Reinheitsgrade müssen eingehalten werden. Dazu kommt ISO 9002, die Norm zur Qualitätssicherung und Zertifizierung, die auch in Zementwerken einen genauen Nachweis dafür verlangt, wie Zweitverwendungsmaterial in den Prozeß eingeschleust, vergleichmäßigt und geprüft wird.

Richtig dosiert, entsteht aus Naturgips, Naturanhydrit und Dentalgips im abbindenden Zementmörtel und Beton ein neues Mineral: Ettringit Ca3Al2O6. 3CaS04 . 3H2O, das auch in der Natur vorkommt, nämlich in der Vulkaneifel. Dieses Calciumaluminasulfathydrat mit seinen 1-2µm großen Kristalliten steuert das Erstarren und teilweise auch die Festigkeitsentwicklung der Zemente.


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