Werden Erwartungen an den Dentalgips in der Praxis nicht erfüllt?

H. Höft
dentona GmbH, Wipperfürth

Die tägliche Praxis in den Zahntechnischen Laboratorien bringt vielfaltige Probleme bei der Herstellung von Zahnmodellen mit sich. Auch die Ver- und Bearbeitung der hierfür von der Dental Industrie zur Verfügung gestellten Dentalgipse ist nicht immer problemfrei.

Den spezifischen Eigenschaften der verschiedenen Dentalgipse stehen die unterschiedlichsten Anforderungen der Zahntechnik gegenüber. Nicht immer gelingt es dem Zahntechniker, den optimalen Gips für den jeweiligen Einsatzzweck auszuwählen. So werden beispielsweise immer noch Abdruckgipse, trotz deren hoher Expansion, zum schädelbezogenen Einartikulieren verwendet, ebenso Klasse 3 Gipse für Gegenbisse oder Modellsockel. Hierbei wird der Zahntechniker teils von falschen Herstellerangaben, teils von falschen Kosteneinsparungsüberlegungen fehlgeleitet.

Darüber hinaus tritt erschwerend hinzu, daß die zur Gipsverarbeitung zur Verfügung stehenden Geräte wie Vakuummischer und Rüttler das ihrige hinzutun, an sich gute Dentalgipse während der Verarbeitung in ihren Eigenschaften zu verschlechtern. Außerdem spielen die unterschiedlichen Abformmassen eine nicht unerhebliche Rolle. Sie haben oftmals, durch ihre spezifischen Oberflächeneigenschaften, Rückwirkungen auf die Güte der Oberfläche eines Zahnmodells.

Zuletzt sei erwähnt, daß im Bemühen Dentalgipse für die Anwendung durch den Zahntechniker zu optimieren, die Hersteller solcher Produkte durchaus in dem einen oder anderen Fall mit relativ hohen Zugaben geeigneter Stellmittel ihre Produkte fertigen. Letzlich kann auch dies zu Fehlern beitragen.

Bleibt zusammenzufassen:

  1. Dentalgipse genügen nicht in allen Fällen den Erwartungen, die an sie in der Praxis gestellt werden.
  2. Durch die optimale Auswahl geeigneter Gipse kann der Zahntechniker hier einen großen Beitrag leisten, eine überwiegend gute Qualität seiner Arbeit zu sichern.
  3. Durch aufmerksame und korrekte Verarbeitung kann die Modellqualität weiter gesteigert werden, und wiederholt auftretende Fehler können eingegrenzt und durch vorbeugende Maßnahmen weitgehend ausgeschlossen werden.
  4. Weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeit sollte geleistet werden, um geeignete Geräte zur Gipsverarbeitung und Modellherstellung zu entwickeln.
  5. Das Feedback zwischen Anwender und Hersteller sollte vertieft werden, um die vorhandenen Dentalgipse mit einem Minimum an Zuschlägen herzustellen und somit die sich daraus ergebenden Probleme und Risiken zu minimieren

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