| Pressemitteilung |
„Prionen: Gesundheitliche Bedrohung versus biologische
Faszination“ heißt ein Vortrag des Züricher Neuropathologen Professor
Adriano Aguzzi, mit dem am Donnerstag, 25. April, in der Philipps-Universität
eine Reihe allgemeinverständlicher Abendvorträge unter dem Titel „Gegenstand
Forschung“ beginnt. Die Vortragsreihe findet anlässlich des 475-jährigen Gründungsjubiläums
im Rahmen von Symposien und Kongressen statt.
Prionen sind die Erreger schwerer, stets tödlich verlaufender
Erkrankungen des Zentralnervensystems bei Mensch und Tier, deren große
gesundheits- und wirtschaftspolitische Bedeutung durch die BSE-Krise eindrücklich
vor Augen geführt wurde. Die Tatsache, dass sich Prionen in praktisch jeder
Hinsicht von Bakterien, Viren und anderen konventionellen Infektionserregern
unterscheiden, ist eine der großen Herausforderungen für die biomedizinische
Forschung.
Einer der führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet ist Professor Adriano Aguzzi, Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsspital Zürich. In seinem Vortrag, der um 20 Uhr in der Aula der Alten Universität stattfindet, wird sich der Referent insbesondere mit der Frage beschäftigen, wie die mit der Nahrung aufgenommenen Prionen zum eigentlichen Krankheitsort, dem Gehirn, gelangen. Aguzzi konnte in seinen Forschungsarbeiten zeigen, dass diese Transportaufgabe im Wesentlichen von Lymphzellen und anderen Bestandteilen des Immunsystems wahrgenommen wird. Mit diesen Beobachtungen eröffnen sich interessante Perspektiven für neue Strategien zur Früherkennung und darüber hinaus zur Prophylaxe und Therapie von Prionenerkrankungen.
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